Franchise: Auch in Hannover bewähren sich Firmennetzwerke
| 25.02.2009 |
Der Umsatz der Franchise-Unternehmen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um zehn Prozent von fast 38 Milliarden Euro auf 41,5 Milliarden Euro gestiegen. Nach der Statistik des Deutschen Franchise- Verbands (DFV) expandieren 910 Franchise-Geber, in dem sie die eigene, am Markt erprobte Geschäftsidee für Partner öffnen.Wie vielfältig die Branchen sein können, zeigen zwei Beispiele aus Hannover.
So haben sich die Franchisenehmer Nebi Sagir und Hasan Balci in der Langen Laube im April bereits ihr zweites Bagel Brothers Restaurant in Hannover eröffnet. Die Teigkringel, knackfrischen Salate und Vitaminsäfte sind erprobt: Die Bagelbrothers gibt es seit 1996. Zu den Gründern gehört der Hannoveraner Gregor Gerlach. Mit Mario C. Bauer, kam die deutschlandweite Bagelwelle richtig ins Rollen. ’70.000 Euro sollte ein Franchisenehmer bei unserem Konzept schon investieren’, sagt Bauer. Nach über einem Dutzend Bagel-Restaurants in Deutschland Ende 2007, expandieren die Franchiser weiter. Halle/Saale, Bremen, München und zum vierten Mal wird in Hannover ‘gebagelt’.
Im Ausland hat man Prag im Visier, weitere Restaurants sollen in Deutschland folgen: Oldenburg, Mainz und Karlsruhe. ‘Der Standort ist entscheidend. Dabei haben wir bereits Synergien zwischen vermeintlichen Konkurrenten festgestellt. So prüfen wir, ob wir nicht bewusst in die Nähe von Backfactory- Standorten gehen’, so Bauer, der den Franchisenehmern Sagir und Balci - die ersten, die zwei Restaurants übernommen haben, weiterhin viel Erfolg wünscht.
Deren Weg in die Selbständigkeit nutzten bis Ende 2007 rund 56.000 mittelständische Unternehmer. Das ist nach Mitteilung des Branchenverbandes eine Zunahme an Franchisegründungen um neun Prozent verglichen mit dem Ergebnis aus dem Jahr 2006. Waren es im Jahr 2006 noch 429.000 Franchise-Beschäftigte, zog die Anzahl im Jahr 2007 auf gut 441.000 in diesem Wirtschaftsbereich an. Neben den bekannten Beispielen wie McDonalds, Burger King, OBI, Tui oder Fressnapf, hat sich die Idee, als Gründer mit einer bereits erprobten Geschäftsidee und einem Partnernetzwerk in die Selbständigkeit zu starten, auch in Nischenbereichen durchgesetzt. Mehr als die Hälfte der Franchise-Unternehmer bieten Dienstleistungen an.
Dazu gehört auch das Franchise-Unternehmen Lingua-World in Hannover. Inhaberin und Diplom-Übersetzerin Kristina Steffens bietet mit ihrem Team rund um die Uhr Dolmetscherund Übersetzerdienstleistungen in alle Sprachen und Dialekten der Welt an. Lingua-World ist spezialisiert auf das Dolmetschen und Übersetzen von Arbeiten aus Wirtschaft, Industrie, Behörden und von Privatpersonen. Dabei stützen sich die Ergebnisse auf eine umfassende elektronische Datenbank und eine eigene Abteilung für Qualitätssicherung. ‘Lingua-World hat weltweit ein breites Netzwerk aus mehreren tausend freien Mitarbeitern. In das Konzept bringe ich langjährige Erfahrung im Übersetzen und aus der Wirtschaft ein. Die Bündelung von Know-how und die bereits bestehenden Strukturen machen ein effektives und schnelles Arbeiten möglich’, berichtet Steffens.Von den Büroräumen im Volgersweg könnten Übersetzungen und Dolmetschertätigkeiten für Hannover, das Umland sowie Braunschweig und Wolfsburg ausgeführt werden. Auch Gründerin und Geschäftsführerin der Lingua-World, Nelly Kostadinova, sieht in Hannover die richtige Entscheidung: ‘Hannover ist als bedeutende Messestadt ein strategisch wichtiger Standort und baut eine Brücke zwischen den Franchise- Unternehmen in Norddeutschland und denen im Ruhrgebiet.’ Neben Bremen, Hamburg, Dresden, Essen und Bochum wird Hannover seit 2006 der sechste Betrieb sein.