“Mittelstand muss PR entstauben”
| 07.06.2010 |
Seit Jahren klagt der Mittelstand darüber, dass die Zeitungen “nur selten bis nie etwas über das eigene Unternehmen abdrucken”, hat Ulf-Hendrik Schrader von der hannoverschen Aufgesang Public Relations GmbH beobachtet. “Dabei liegen die Gründe dafür auf der Hand”, erläutert der PR-Profi im Gespräch mit NWJ-Redakteur Hans-Ulrich Felberg und benennt die zentralen Punkte: “Behandeln Sie Ihre PR nicht stiefmütterlicher als Ihre EDV oder Ihre Produktionsanlagen. Professionalisieren Sie Ihre Unternehmenskommunikation. Erhöhen Sie die Sichtbarkeit eines Unternehmens im Netz. In den passenden Fachportalen und -Foren sollte niemand mehr an Ihrem Unternehmen und seinen Produkten vorbei kommen!”
Lesen Sie im folgenden das Interview in voller Länge:
Herr Schrader, Sie sprachen jüngst auf einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU) über den Erfolgsfaktor Online-PR und attestierten speziell dem Mittelstand großen Aufholbedarf. Wo drückt der Schuh?
Schrader: Das Internet hat unübersehbar einen Medienwandel ausgelöst. Dadurch haben sich inzwischen auch die Rahmenbedingungen für die Unternehmenskommunikation so stark verändert, dass ein Umdenken erforderlich ist.
Was hat sich denn geändert?
Schrader: Das Mediengefüge. Und mit ihm die Spielregeln für PR. Das ist in etwa so, wie der Wandel vom Tante Emma Laden hin zum modernen Supermarkt. Alles ist etwas komplizierter geworden, bietet aber auch viel mehr Möglichkeiten. Konkret beobachten wir, dass die gedruckten Medien seit Jahren über schwindende Auflagen klagen, Mitarbeiter entlassen und von Quartal zu Quartal dünner werden. Dadurch verringert sich auch der redaktionelle Raum, in dem Unternehmen überhaupt stattfinden können. Und das trifft den Mittelstand besonders hart, weil Journalisten im Zweifel lieber über Großunternehmen berichten.
Nun gilt das für das regional verankerte Wirtschaftsjournal ja nicht gerade…
Schrader: Nein, da ist die NWJ aber leider eine Ausnahme. Generell gilt die Aussage. Und so wundert es nicht, dass besonders im Hinblick auf die Meinungsbildung – und das bestätigen neueste Untersuchungen – auch Radio und TV mit einem starken Bedeutungsverlust kämpfen. Auf der anderen Seite steht das Internet, das unter anderem in punkto Reichweite und Nutzungsdauer auf sehr hohem Niveau immer weiter zulegen kann. Aus Studien wissen wir, dass das Internet bereits heute stärker zur Meinungsbildung beiträgt als Radio, Zeitungen und Zeitschriften zusammen. Auch das Fernsehen kann alleine nicht mehr mithalten.
Und auf diesen Wandel reagiert der Mittelstand nicht?
Schrader: Viel zu wenig. Im Großen und Ganzen macht man so weiter wie vor 10 Jahren und klagt darüber, dass die Zeitungen nur selten bis nie etwas abdrucken. Dabei liegen die Gründe ja auf der Hand.
Was empfehlen Sie den Unternehmern?
Schrader: Erste Empfehlung: Modernisieren Sie und behandeln Sie Ihre PR nicht stiefmütterlicher als Ihre EDV oder Ihre Produktionsanlagen. Alte Zöpfe müssen abgeschnitten werden. Denn Bekanntheit, Image und Sichtbarkeit lassen sich mit zeitgemäßen PR-Methoden nicht nur schneller und wesentlich effektiver, sondern auch kostengünstiger erzielen. Außerdem muss die Unternehmenskommunikation in den meisten Fällen professionalisiert werden.
Was bedeutet das genau?
Schrader: Zum Beispiel werden Pressemitteilungen häufig noch per Fax verschickt, was ebenso antiquiert wie unpraktisch ist. Beim elektronischen Versand wiederum stehen oft mehrere Empfänger im Adressfeld, ohne persönliche Anrede oder thematische Einleitung, dafür aber mit der Bitte um Abdruck und Belegexemplar. Bei mehreren hundert Pressemitteilungen am Tag sind das die ersten, die im Papierkorb landen. Auch die Verteiler haben in vielen Fällen ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, wichtige neuere Medien, vor allem Online-Medien, fehlen und E-Mails laufen ins Leere, weil Redakteure inzwischen das Ressort oder die Redaktion gewechselt haben. Sie sehen, schon bei den Grundlagen liegt einiges im Argen.
Und welche Möglichkeiten bietet die Öffentlichkeitsarbeit im Internet?
Schrader: Eine der spannendsten Möglichkeiten ist sicherlich, die Sichtbarkeit eines Unternehmens in passenden thematischen und begrifflichen Umfeldern zu erhöhen. Das lässt sich so weit treiben, dass die relevanten Google- Suchergebnisse dominiert werden, auf den Fachportalen und -Foren niemand mehr am Unternehmen und seinen Produkten vorbei kommt und sogar in der Blogosphäre darüber geschrieben wird. Das tolle daran ist, dass diese Ergebnisse automatisch auf die klassischen Medien abstrahlen, denn auch Print-Journalisten recherchieren ja intensiv im Internet. Als Praktiker weiß ich, dass die Zukunft mittelständischer Kommunikation im Netz liegt. Wer diese Erkenntnis jetzt umsetzt, kann sich noch große Wettbewerbsvorteile sichern.
Ulf-Hendrik Schrader ist geschäftsführender Gesellschafter der hannoverschen PR-Agentur Aufgesang Public Relations GmbH und Herausgeber eines Fach-Newsletters mit 5.000 Abonnenten. Im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) baut er aktuell den Arbeitskreis Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg auf.
Gesellschafter der
hannoverschen PR-Agentur Aufgesang
Public Relations GmbH, ist
Ulf-Hendrik Schrader auch Herausgeber
eines Fach-Newsletters mit
5.000 Abonnenten. Im Bundesverband
Mittelständische Wirtschaft
(BVMW) baut er aktuell den Arbeitskreis
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
für die Metropolregion
Hannover, Braunschweig, Göttingen
und Wolfsburg auf. Gegenüber der
NWJ erläutert der PR-Profi Perspektiven
der Öffentlichkeitsarbeit für
Mittelständler im Internet.
Herr Schrader, Sie sprachen jüngst auf
einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes
der Unternehmen im Weserbergland
(AdU) über den Erfolgsfaktor
Online-PR und attestierten speziell dem
Mittelstand großen Aufholbedarf. Wo
drückt der Schuh?
Schrader: Das Internet hat unübersehbar
einen Medienwandel ausgelöst. Dadurch
haben sich inzwischen auch die Rahmenbedingungen
für die Unternehmenskommunikation
so stark verändert,
dass ein Umdenken erforderlich ist.
Was hat sich denn geändert?
Schrader: Das Mediengefüge. Und mit
ihm die Spielregeln für PR. Das ist in
etwa so, wie der Wandel vom Tante
Emma Laden hin zum modernen Super
markt. Alles ist etwas komplizierter
geworden, bietet aber auch viel mehr
Möglichkeiten. Konkret beobachten
wir, dass die gedruckten Medien seit
Jahren über schwindende Auflagen
klagen, Mitarbeiter entlassen und von
Quartal zu Quartal dünner werden.
Dadurch verringert sich auch der redaktionelle
Raum, in dem Unternehmen
überhaupt stattfinden können. Und das
trifft den Mittelstand besonders hart,
weil Journalisten im Zweifel lieber
über Großunternehmen berichten.
Nun gilt das für das regional verankerte
Wirtschaftsjournal ja nicht gerade…
Schrader: Nein, da ist die NWJ aber leider
eine Ausnahme. Generell gilt die
Aussage. Und so wundert es nicht,
dass besonders im Hinblick auf die
Meinungsbildung – und das bestätigen
neueste Untersuchungen – auch
Radio und TV mit einem starken Bedeutungsverlust
kämpfen. Auf der anderen
Seite steht das Internet, das unter
anderem in punkto Reichweite und
Nutzungsdauer auf sehr hohem Niveau
immer weiter zulegen kann. Aus Studien
wissen wir, dass das Internet bereits
heute stärker zur Meinungsbildung
beiträgt als Radio, Zeitungen und Zeitschriften
zusammen. Auch das Fernsehen
kann alleine nicht mehr mithalten.
Und auf diesen Wandel reagiert der Mittelstand
nicht?
Schrader: Viel zu wenig. Im Großen
und Ganzen macht man so weiter wie
vor 10 Jahren und klagt darüber, dass
die Zeitungen nur selten bis nie etwas
abdrucken. Dabei liegen die Gründe ja
auf der Hand.
Was empfehlen Sie den Unternehmern?
Schrader: Erste Empfehlung: Modernisieren
Sie und behandeln Sie Ihre PR
nicht stiefmütterlicher als Ihre EDV oder
Ihre Produktionsanlagen. Alte Zöpfe
müssen abgeschnitten werden. Denn
Bekanntheit, Image und Sichtbarkeit
lassen sich mit zeitgemäßen PR-Methoden
nicht nur schneller und wesentlich
effektiver, sondern auch kosten -
günstiger erzielen. Außerdem muss die
Unternehmenskommunikation in den
meisten Fällen professionalisiert werden.
Was bedeutet das genau?
Schrader: Zum Beispiel werden Pressemitteilungen
häufig noch per Fax verschickt,
was ebenso antiquiert wie
unpraktisch ist. Beim elektronischen
Versand wiederum stehen oft mehrere
Empfänger im Adressfeld, ohne persönliche
Anrede oder thematische
Einleitung, dafür aber mit der Bitte
um Abdruck und Belegexemplar. Bei
mehreren hundert Pressemitteilungen
am Tag sind das die ersten, die im Papierkorb
landen. Auch die Verteiler
haben in vielen Fällen ihr Haltbarkeitsdatum
überschritten, wichtige
neuere Medien, vor allem Online-Medien,
fehlen und E-Mails laufen ins
Leere, weil Redakteure inzwischen das
Ressort oder die Redaktion gewechselt
haben. Sie sehen, schon bei den
Grundlagen liegt einiges im Argen.
Und welche Möglichkeiten bietet die
Öffentlichkeitsarbeit im Internet?
Schrader: Eine der spannendsten Möglichkeiten
ist sicherlich, die Sichtbarkeit
eines Unternehmens in passenden
thematischen und begrifflichen Umfeldern
zu erhöhen. Das lässt sich so
weit treiben, dass die relevanten Google-
Suchergebnisse dominiert werden,
auf den Fachportalen und -Foren niemand
mehr am Unternehmen und
seinen Produkten vorbei kommt und
sogar in der Blogosphäre darüber geschrieben
wird. Das tolle daran ist,
dass diese Ergebnisse automatisch auf
die klassischen Medien abstrahlen,
denn auch Print-Journalisten recherchieren
ja intensiv im Internet.
Als Praktiker weiß ich, dass die Zukunft
mittelständischer Kommunikation
im Netz liegt. Wer diese Erkenntnis
jetzt umsetzt, kann sich noch große
Wettbewerbsvorteile sichern.
„Mittelstand muss PR entstauben“
PR-SPEZIALIST ULF-HENDRIK SCHRADER:
DIE ZUKUNFT DER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT LIEGT IM INTERNET.Als Experte für Online-PR und geschäftsführender Gesellschafter der hannoverschen PR-Agentur Aufgesang Public Relations GmbH, ist Ulf-Hendrik Schrader auch Herausgeber eines Fach-Newsletters mit 5.000 Abonnenten. Im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) baut er aktuell den Arbeitskreis Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg auf. Gegenüber der NWJ erläutert der PR-Profi Perspektiven der Öffentlichkeitsarbeit für Mittelständler im Internet. Herr Schrader, Sie sprachen jüngst auf einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU) über den Erfolgsfaktor Online-PR und attestierten speziell dem Mittelstand großen Aufholbedarf. Wo drückt der Schuh? Schrader: Das Internet hat unübersehbar einen Medienwandel ausgelöst. Dadurch haben sich inzwischen auch die Rahmenbedingungen für die Unternehmenskommunikation so stark verändert, dass ein Umdenken erforderlich ist. Was hat sich denn geändert? Schrader: Das Mediengefüge. Und mit ihm die Spielregeln für PR. Das ist in etwa so, wie der Wandel vom Tante Emma Laden hin zum modernen Super markt. Alles ist etwas komplizierter geworden, bietet aber auch viel mehr Möglichkeiten. Konkret beobachten wir, dass die gedruckten Medien seit Jahren über schwindende Auflagen klagen, Mitarbeiter entlassen und von Quartal zu Quartal dünner werden. Dadurch verringert sich auch der redaktionelle Raum, in dem Unternehmen überhaupt stattfinden können. Und das trifft den Mittelstand besonders hart, weil Journalisten im Zweifel lieber über Großunternehmen berichten. Nun gilt das für das regional verankerte Wirtschaftsjournal ja nicht gerade… Schrader: Nein, da ist die NWJ aber leider eine Ausnahme. Generell gilt die Aussage. Und so wundert es nicht, dass besonders im Hinblick auf die Meinungsbildung – und das bestätigen neueste Untersuchungen – auch Radio und TV mit einem starken Bedeutungsverlust kämpfen. Auf der anderen Seite steht das Internet, das unter anderem in punkto Reichweite und Nutzungsdauer auf sehr hohem Niveau immer weiter zulegen kann. Aus Studien wissen wir, dass das Internet bereits heute stärker zur Meinungsbildung beiträgt als Radio, Zeitungen und Zeitschriften zusammen. Auch das Fernsehen kann alleine nicht mehr mithalten. Und auf diesen Wandel reagiert der Mittelstand nicht? Schrader: Viel zu wenig. Im Großen und Ganzen macht man so weiter wie vor 10 Jahren und klagt darüber, dass die Zeitungen nur selten bis nie etwas abdrucken. Dabei liegen die Gründe ja auf der Hand. Was empfehlen Sie den Unternehmern? Schrader: Erste Empfehlung: Modernisieren Sie und behandeln Sie Ihre PR nicht stiefmütterlicher als Ihre EDV oder Ihre Produktionsanlagen. Alte Zöpfe müssen abgeschnitten werden. Denn Bekanntheit, Image und Sichtbarkeit lassen sich mit zeitgemäßen PR-Methoden nicht nur schneller und wesentlich effektiver, sondern auch kosten – günstiger erzielen. Außerdem muss die Unternehmenskommunikation in den meisten Fällen professionalisiert werden. Was bedeutet das genau? Schrader: Zum Beispiel werden Pressemitteilungen häufig noch per Fax verschickt, was ebenso antiquiert wie unpraktisch ist. Beim elektronischen Versand wiederum stehen oft mehrere Empfänger im Adressfeld, ohne persönliche Anrede oder thematische Einleitung, dafür aber mit der Bitte um Abdruck und Belegexemplar. Bei mehreren hundert Pressemitteilungen am Tag sind das die ersten, die im Papierkorb landen. Auch die Verteiler haben in vielen Fällen ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, wichtige neuere Medien, vor allem Online-Medien, fehlen und E-Mails laufen ins Leere, weil Redakteure inzwischen das Ressort oder die Redaktion gewechselt haben. Sie sehen, schon bei den Grundlagen liegt einiges im Argen. Und welche Möglichkeiten bietet die Öffentlichkeitsarbeit im Internet? Schrader: Eine der spannendsten Möglichkeiten ist sicherlich, die Sichtbarkeit eines Unternehmens in passenden thematischen und begrifflichen Umfeldern zu erhöhen. Das lässt sich so weit treiben, dass die relevanten Google- Suchergebnisse dominiert werden, auf den Fachportalen und -Foren niemand mehr am Unternehmen und seinen Produkten vorbei kommt und sogar in der Blogosphäre darüber geschrieben wird. Das tolle daran ist, dass diese Ergebnisse automatisch auf die klassischen Medien abstrahlen, denn auch Print-Journalisten recherchieren ja intensiv im Internet. Als Praktiker weiß ich, dass die Zukunft mittelständischer Kommunikation im Netz liegt. Wer diese Erkenntnis jetzt umsetzt, kann sich noch große Wettbewerbsvorteile sichern. „Mittelstand muss PR entstauben“ PR-SPEZIALIST ULF-HENDRIK SCHRADER: DIE ZUKUNFT DER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT LIEGT IM INTERNET.Als Experte für Online-PR und geschäftsführender Gesellschafter der hannoverschen PR-Agentur Aufgesang Public Relations GmbH, ist Ulf-Hendrik Schrader auch Herausgeber eines Fach-Newsletters mit 5.000 Abonnenten. Im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) baut er aktuell den Arbeitskreis Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg auf. Gegenüber der NWJ erläutert der PR-Profi Perspektiven der Öffentlichkeitsarbeit für Mittelständler im Internet. Herr Schrader, Sie sprachen jüngst auf einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU) über den Erfolgsfaktor Online-PR und attestierten speziell dem Mittelstand großen Aufholbedarf. Wo drückt der Schuh? Schrader: Das Internet hat unübersehbar einen Medienwandel ausgelöst. Dadurch haben sich inzwischen auch die Rahmenbedingungen für die Unternehmenskommunikation so stark verändert, dass ein Umdenken erforderlich ist. Was hat sich denn geändert? Schrader: Das Mediengefüge. Und mit ihm die Spielregeln für PR. Das ist in etwa so, wie der Wandel vom Tante Emma Laden hin zum modernen Super markt. Alles ist etwas komplizierter geworden, bietet aber auch viel mehr Möglichkeiten. Konkret beobachten wir, dass die gedruckten Medien seit Jahren über schwindende Auflagen klagen, Mitarbeiter entlassen und von Quartal zu Quartal dünner werden. Dadurch verringert sich auch der redaktionelle Raum, in dem Unternehmen überhaupt stattfinden können. Und das trifft den Mittelstand besonders hart, weil Journalisten im Zweifel lieber über Großunternehmen berichten. Nun gilt das für das regional verankerte Wirtschaftsjournal ja nicht gerade… Schrader: Nein, da ist die NWJ aber leider eine Ausnahme. Generell gilt die Aussage. Und so wundert es nicht, dass besonders im Hinblick auf die Meinungsbildung – und das bestätigen neueste Untersuchungen – auch Radio und TV mit einem starken Bedeutungsverlust kämpfen. Auf der anderen Seite steht das Internet, das unter anderem in punkto Reichweite und Nutzungsdauer auf sehr hohem Niveau immer weiter zulegen kann. Aus Studien wissen wir, dass das Internet bereits heute stärker zur Meinungsbildung beiträgt als Radio, Zeitungen und Zeitschriften zusammen. Auch das Fernsehen kann alleine nicht mehr mithalten. Und auf diesen Wandel reagiert der Mittelstand nicht? Schrader: Viel zu wenig. Im Großen und Ganzen macht man so weiter wie vor 10 Jahren und klagt darüber, dass die Zeitungen nur selten bis nie etwas abdrucken. Dabei liegen die Gründe ja auf der Hand. Was empfehlen Sie den Unternehmern? Schrader: Erste Empfehlung: Modernisieren Sie und behandeln Sie Ihre PR nicht stiefmütterlicher als Ihre EDV oder Ihre Produktionsanlagen. Alte Zöpfe müssen abgeschnitten werden. Denn Bekanntheit, Image und Sichtbarkeit lassen sich mit zeitgemäßen PR-Methoden nicht nur schneller und wesentlich effektiver, sondern auch kosten – günstiger erzielen. Außerdem muss die Unternehmenskommunikation in den meisten Fällen professionalisiert werden. Was bedeutet das genau? Schrader: Zum Beispiel werden Pressemitteilungen häufig noch per Fax verschickt, was ebenso antiquiert wie unpraktisch ist. Beim elektronischen Versand wiederum stehen oft mehrere Empfänger im Adressfeld, ohne persönliche Anrede oder thematische Einleitung, dafür aber mit der Bitte um Abdruck und Belegexemplar. Bei mehreren hundert Pressemitteilungen am Tag sind das die ersten, die im Papierkorb landen. Auch die Verteiler haben in vielen Fällen ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, wichtige neuere Medien, vor allem Online-Medien, fehlen und E-Mails laufen ins Leere, weil Redakteure inzwischen das Ressort oder die Redaktion gewechselt haben. Sie sehen, schon bei den Grundlagen liegt einiges im Argen. Und welche Möglichkeiten bietet die Öffentlichkeitsarbeit im Internet? Schrader: Eine der spannendsten Möglichkeiten ist sicherlich, die Sichtbarkeit eines Unternehmens in passenden thematischen und begrifflichen Umfeldern zu erhöhen. Das lässt sich so weit treiben, dass die relevanten Google- Suchergebnisse dominiert werden, auf den Fachportalen und -Foren niemand mehr am Unternehmen und seinen Produkten vorbei kommt und sogar in der Blogosphäre darüber geschrieben wird. Das tolle daran ist, dass diese Ergebnisse automatisch auf die klassischen Medien abstrahlen, denn auch Print-Journalisten recherchieren ja intensiv im Internet. Als Praktiker weiß ich, dass die Zukunft mittelständischer Kommunikation im Netz liegt. Wer diese Erkenntnis jetzt umsetzt, kann sich noch große Wettbewerbsvorteile sichern. „Mittelstand muss PR entstauben“ PR-SPEZIALIST ULF-HENDRIK SCHRADER: DIE ZUKUNFT DER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT LIEGT IM INTERNET.